Baujahr 1979, frisch saniert, hoher Wärmekomfort: Energetische Modernisierung einer Wohnanlage in Aschaffenburg

Nach drei bis vier Jahrzehnten steht bei der Wärmeerzeugung, -dämmung und -verteilung in Gebäuden meist eine umfassende (energetische) Sanierung an, wie das folgende Beispiel einer Wohnanlage in Aschaffenburg zeigt. Im Sinne eines ganzheitlichen Sanierungskonzeptes wurden die relevanten Gewerke geprüft und modernisiert. So wurden an der Gebäudehülle der viergeschossigen, L-förmigen Wohnanlage eine Außendämmung, neue Isolierglas-Fenster und eine Dachdämmung/-Abdichtung installiert. Im Innenraum stand hingegen die Heizungstechnik im Fokus: Als regenerative Energiequelle für die Grundlast wurde eine Pelletheizung installiert. Sie ermöglicht in Verbindung mit einer neuen Gas-Brennwert-Therme eine energieeffiziente und umweltschonende Beheizung. Als Kernbaustein der Haustechnik für die Wärmeabgabe kommt die cuprotherm-Flächentemperierung der Wieland-Werke AG mit Kupferrohren zum Einsatz. Verteilt wird die Heizenergie über insgesamt 30.000 Rohrmeter in Form von Strahlungswärme.

Während die Dämmung der Gebäudehülle samt Fenstertausch den Grundenergiebedarf bereits signifikant senkt, ist es die Aufgabe der Heizungsanlage, die benötigte Restwärme so ressourcenschonend wie möglich bereitzustellen. Nachdem bereits beim Neubau in den 1970-er Jahren Erdgas eingesetzt worden war, entschied sich das Planungsteam bei diesem Energieträger zu bleiben – allerdings in Kombination mit einer modernen Holz-Pellet-Heizung als regenerativer Energiequelle. So decken die Pellet-Anlage mit 2 x 80 Kilowatt (kW) die Grundlast größtenteils ab, unterstützt von der Gas-Brennwert-Therme mit ebenfalls 2 x 80 kW für die Spitzenlast. Durch den ohnehin relativ niedrigen Restenergiebedarf fiel für die Verteilung der Wärmeenergie die Wahl auf eine Flächentemperierung. Diese zeichnet sich durch eine geringe Vorlauftemperatur von nur ca. 35 Grad Celsius aus, mit der alle 32 Wohnungen beheizt werden.

Dauerhaft sauerstoffdiffusionsdichte Kupferrohre

Eingesetzt wurde das bewährte cuprotherm-Flächenheizssystem der Ulmer Wieland-Werke AG, das im Trocken- und Nassestrichbau sowie als Variante mit Gussasphalt erhältlich ist. Die cuprotherm-Fußbodenheizung mit dauerhaft sauerstoffdiffusionsdichten Kupferrohren ermöglicht eine energieeffiziente Beheizung bei gleichzeitig maximalem Wärmekomfort. Die hundertprozentige Diffusionsdichtheit des metallenen Rohrwerkstoffs und damit der sichere, wartungsfreie Betrieb der Fußbodenheizung über Jahrzehnte war ausschlaggebend für den Einsatz des cuprotherm-Systems. Natürlich wurde nicht nur die Flächenheizung, sondern auch die Anbindung der aus baulichen Gründen unumgänglichen Bad-Heizkörper einheitlich mit dem langlebigen Werkstoff Kupfer ausgeführt. Dies hatte auch Vorteile in denjenigen Teilbereichen, in denen Brandschutzvorgaben beachtet werden mussten.

Blanke Kupferrohre mit Gussasphalt-Estrich eingesetzt

Beim Aschaffenburger Bauvorhaben fiel die Wahl auf die Gussasphalt-Version der cuprotherm-Fußbodenheizung - in Verbindung mit hitzeresistenten blanken cuprotherm-Rohren in der Dimension 14 x 0,8 Millimeter. „Die Montage mit Gussasphalt-Estrich hat zwei entscheidende Vorzüge“, erklärt der zuständige Wieland-Außendienstmitarbeiter Oliver Hattemer. „Bei vielen Bauprojekten im Bestand steht nur eine geringe Fußbodenaufbauhöhe zur Verfügung. Hier spielt die Flächenheizung mit Gussasphalt ihren ersten Vorteil aus: Sie kann ab einer Höhe von 40 Millimetern zur Anwendung kommen und ist somit den meisten klassischen Estrichsorten überlegen. Der zweite Vorteil liegt in der erheblichen Zeitersparnis und damit im beschleunigten Bauablauf. Denn während konventionelle Estriche mehrere Tage bis Wochen trocknen müssen, können mit Gussasphalt die weiteren Arbeitsschritte bereits nach wenigen Stunden aufgenommen werden.“ Zudem wird Gussasphaltestrich ohne hydraulische Bindemittel hergestellt, wodurch keine zusätzliche Feuchtigkeit in den Bau gelangt. „Im Gegenteil: Der Estrich wird mit rund 230 Grad Celsius eingebracht und reduziert damit sogar noch die eventuell vorhandene Baufeuchtigkeit“, so Hattemer. Die Entscheidung für Gussasphaltestrich bedingt ein entsprechend hitzebeständiges Flächenheizsystem. Blanke Kupferrohre halten den für die Estricheinbringung notwendigen hohen Temperaturen hundertprozentig Stand.

Spezieller Bodenaufbau bei Gussasphalt-Estrich

Auch die Dämmung unterhalb des Estrichs muss beständig gegenüber diesen hohen Temperaturen sein und sich für die Kombination mit Asphalt eignen. Speziell für diese Anforderungen eignen sich die cuprotherm-Systemdämmplatten. Nicht geeignet sind sämtliche Schaumkunststoffe nach DIN EN 13164 (XPS) ebensowenig wie EPS-Dämmungen auf Polystyrol-Basis. Die Dämmung selbst wird vor dem Einbringen des Gussasphaltes mit einer Abdeckung aus Wollfilz-Rohpappe versehen werden. Zudem kam auch in diesem Bauvorhaben ein asphalttauglicher Randdämmstreifen zur Anwendung, bestehend aus Wellpappe in Sandwichbauweise, teilweise bewachst und mit Standfuß ausgestattet. Über die erwähnte Wollfiz-Rohpappe wurde die cuprotherm PE-Rasterfolie gelegt, die als Verlegehilfe zur Einhaltung des berechneten Verlegeabstandes der Rohre dient. Auf dieser Basis wurden die blanken cuprotherm-Kupferrohre verlegt und mit ebenfalls hitzebeständigen cuprotherm-Doppelankern aus Metall befestigt. Diese sind sogar zum Tackern in harte Dämmstoffe geeignet, wie z.B. Kork oder Foamglas bestimmter Qualitäten. Das anschließende einlagige Einbringen des Gussasphalts erfolgt aufgrund der hervorragenden Temperaturbeständigkeit des Rohrmaterials Kupfer ohne Kaltwasserspülung der Rohre. Tags darauf konnten dann nach dem Abkühlen und Aushärten die weiteren Arbeitsschritte ohne Wartezeiten folgen.