Nachhaltige Technik und Wirtschaft

Absolvent der Hochschule Ulm erhält Wieland-Preis

Im Rahmen der Absolventen-Abschlussfeier an der Hochschule Ulm am 31. Juli wurde Eric Junge mit dem Wieland-Preis für nachhaltige Technik und Wirtschaft ausgezeichnet. Der Absolvent des Studiengangs „Elektrische Energiesysteme und Elektromobilität“ hatte sich in seiner Masterarbeit mit einer neuen Methode für die Planung von Stromnetzen, der so genannten „zeitreihenbasierten Lastflussanalyse“, beschäftigt. Dabei konnte er nachweisen, dass es mit diesem Verfahren möglich ist, Stromnetze effizienter zu planen und dadurch Netzausbau und Kosten zu reduzieren.

Wichtiger Beitrag zur Energiewende

Nach Ansicht der Jury, bestehend aus Vertretern der Hochschule Ulm, des UNW (Ulmer Initiativkreis nachhaltige Wirtschaftsent-wicklung e. V.) und der Wieland-Werke AG, leistet Eric Junge mit seiner Masterarbeit einen konkreten und wichtigen Beitrag für den Erfolg der Energiewende - insbesondere vor dem Hintergrund der kritischen Diskussion in der Öffentlichkeit über die Notwendigkeit von Netzausbaumaßnahmen. Ebenfalls ausgezeichnet wurde Professor Gerd Heilscher, der die Arbeit betreute.

Praktische Umsetzung bei Netze BW

Seine Masterarbeit mit dem Titel „Umsetzung einer zeitreihenbasierten Lastflussrechnung auf Hochspannungsebene und Interpretation der Ergebnisse für neue Netzplanungsgrundsätze“, hat Eric Junge bei der Netze BW GmbH durchgeführt, dem größten Netzunternehmen für Strom, Gas und Wasser in Baden-Württemberg. Aufgrund der Energiewende integriert die Netze BW immer mehr Solarstrom- und Windkraftanlagen, die das Stromverteilnetz durch ihre Energieeinspeisung zeitweise an die Grenze ihrer Aufnahmefähigkeit bringen können. Ob und wann das Stromnetz deswegen ausgebaut werden muss, wurde bisher mit bewährten vereinfachten Verfahren der Netzplanung berechnet. Neben der Effizienzsteigerung bei der Planung von Stromnetzen bietet die in der Masterarbeit analysierte Methode auch die Möglichkeit, zukünftig Alternativen zum klassischen Netzausbau zu bewerten, wie beispielsweise eine gezielte Reduzierung der Einspeiseleistung von Solarstrom- und Windkraftanlagen in Zeiten von übermäßiger Einspeisung.

Wieland-Preis für nachhaltige Technik und Wirtschaft

Der Wieland-Preis für nachhaltige Technik und Wirtschaft würdigt studentische Arbeiten an der Hochschule Ulm, deren Ergebnisse eine nachhaltige Entwicklung fördern, und zwar in Bezug auf die drei Aspekte Ökologie, Wirtschaft und Soziales. Die Vergabe erfolgt in der Regel jährlich, unter der Voraussetzung, dass eine herausragende Arbeit vorliegt, welche die Kriterien des Preises erfüllt. Dies war nach den Jahren 2008, 2010, 2011, 2012 und 2013 nun zum sechsten Mal der Fall. Der Wieland-Preis für nachhaltige Technik und Wirtschaft ist mit insgesamt 6.000 Euro der höchstdotierte Preis für studentische Arbeiten an der Hochschule Ulm.